X (Gift von Sternen)

Gänsegeier im Jugendkleid (Gyps fulvus), by Se90, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Mit dem Begriff Triggerwarnung bezeichnet man eine Warnung vor sogenannten Auslösereizen (Auslöser, englisch trigger). Der Begriff stammt ursprünglich aus der Trauma-Theorie (…) seine Wirksamkeit ist in der Psychologie umstritten. (Wikipedia, Triggerwarnung)


Ab
sofort mit Triggerwarnung,
Disneyfilme und Gedichte. Die Elefanten sind
dafür. Die Zebras auch. Onyx, Impalas, Okapis, allesamt
dafür. Musik! Für den Mandrill als Königsmacher. Licht von oben!
Alle Beutetiere jubeln ihren Jägern zu und — Stopp! In einer Ecke (sehr
abseitig) der Gedächtnis-Bibliothek öffnet sich ein Album (vom Affenpark auf Teneriffa). Ein Mandrill, so richtig angepisst (gefletschte Zähne, Penis erigiert) und zwischen ihm und uns, nur eine dünne Wand aus Glas, an einer Stelle, X markiert, fast eingeschlagen. Der Affe (wütend) masturbiert und scheißt uns direkt vor die Füße. Bye-bye Disneyland! Willkommen auf der Farm der Tiere! Nur dass die Schweine diesmal die Hyänen sind. Hochverehrt von einem (hierzulande) völlig unbekannten Bantu-Stamm, weil sie dort die Sonne bringen. Hier geht sie
einfach auf! Und Fleisch bleibt Fleisch und jeder weiß, dass  Hyänen 
dafür über
 Leichen gehen. Zwischen ihren Kiefern krachen
             Nashornknochen wie Krokant —

Wie bin ich nur hier
reingeraten? Wie komm ich wieder raus?
Verf****** Knochenbrecher! Scheu und Sorge, als einer
mich im Traum besucht. Er landet federnd auf der Brüstung des
Balkons; Mit gut geschärften Messern aus Horn, das Elfenbein-Gefieder
locker angelegt. Völliges Gebannt-sein, während er, auf Armeslänge, einfach nur
da sitzt. Dann fliegt der Geier weg, lässt mich und das Rätsel zurück. Ich umkreise es seit Jahrmillionen, wie entfernteste Planeten. Pluto, Planetenstatus zweifelhaft, steht dabei für Macht und Ohnmacht, Tod, Zerstörung; Heilung und Verwandlung auch. Jetzt wechselt er vom Steinbock in den Wassermann, wie zuletzt vor (auf-gerundet) 248 Jahren. Was hat er uns gebracht? Bürgerrechte! Schrecken und Napoleon! Ich frage mich, wie seine letzten Tage waren. Im Exil im Südatlantik.
Eine tropische Insel im Tausch gegen die Weltherrschaft, während sich
irgendwo in Afrika, über dem gefleckten Pelz einer Hyäne
             (lachend) die Sonne erhebt —

 

Ah, süßes Gift von Sternen! 

X (Gift von Sternen), 2023

Foto: erstes Farbfoto von Pluto (und Chiron), by NASA’s New Horizon Mission, 9. April 2015, gemeinfrei, via Wikimedia Commons

Der Text bezieht sich auf den Zeichentrickfilm König der Löwen (Disney Studios, 1994), auf die Farm der Tiere (von George Orwell, 1945), sowie auf die Schwierigkeit, die äußere Welt als Reflexion eigener, innerer Kräfte zu begreifen.

Gänsegeier im Jugendkleid (Gyps fulvus), by Se90, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Mit dem Begriff Triggerwarnung bezeichnet man eine Warnung vor sogenannten Auslösereizen (Auslöser, englisch trigger). Der Begriff stammt ursprünglich aus der Trauma-Theorie (…) seine Wirksamkeit ist in der Psychologie umstritten. (Wikipedia, Triggerwarnung)

Ab sofort mit Triggerwarnung, 
Disneyfilme und Gedichte. Die Elefanten sind
dafür. Die Zebras auch. Onyx‘, Impalas, Okapis, allesamt
dafür. Musik! Für den Mandrill als Königsmacher. Licht von oben!
All
e Beutetiere jubeln ihren Jägern zu und — Stopp! In einer Ecke (sehr abseitig) der Gedächtnis-Bibliothek öffnet sich ein Album vom Affenpark
auf Teneriffa. Ein Mandrill, so richtig angepisst 
(gefletschte Zähne, Penis erigiert) und zwischen ihm und uns, nur eine dünne Wand aus Glas. An einer Stelle, X markiert, fast eingeschlagen. Der Affe masturbiert und scheißt uns direkt vor die Füße. Bye-bye Disneyland/Willkommen auf
der Farm der Tiere,
nur dass die Schweine diesmal die Hyänen sind; hochverehrt von einem hierzulande völlig unbekannten Bantu-Stamm,
weil sie dort die Sonne bringen. Hier geht sie einfach auf! Und 
Fleisch bleibt Fleisch und jeder weiß, dass Hyänen dafür 
über Leichen gehen. Zwischen ihren Kiefern krachen/

                Nashornknochen wie Krokant —

 

Wie bin ich nur hier rein
geraten? Wie komm ich wieder raus?
Verf***te Knochen
brecher! Scheu und Sorge, als einer
mich im Traum 
besucht. Er landet federnd auf der Brüstung des
Balkons; gut geschärfte Messer 
aus Horn, das Elfenbein-Gefieder,
locker angelegt. Ich, völliges Gebannt-Sein, während er, auf Armeslänge, einfach nur da sitzt. Dann fliegt der Geier weg, lässt mich und das Rätsel zurück. Ich umkreise es seit Jahrmillionen, wie
entfernteste Planeten.
Pluto, Planetenstatus zweifelhaft, steht dabei für Macht und Ohnmacht, Tod, Zerstörung, für Heilung und 
Verwandlung auch. Jetzt wechselt er
vom Stein
bock in den Wassermann, wie zuletzt vor (aufgerundet) 248 Jahren. Was hat er uns gebracht? Bürger-rechte! Schrecken und Napoleon! Ich frage mich, wie seine letzten Tage waren, im Exil
im Südatlantik. 
Eine tropische Insel im Tausch gegen die Weltherrschaft, während sich, irgendwo in Afrika, über
dem gefleckten Pelz einer Hyäne (lachend),
           
die Sonne erhebt —

 

(Ah, süßes Gift von Sternen!) 

X (Gift von Sternen), 2023

Foto: erstes Farbfoto von Pluto (und Chiron), by NASA’s New Horizon Mission, 9. April 2015, gemeinfrei, via Wikimedia Commons

Der Text bezieht sich auf den Zeichentrickfilm König der Löwen (Disney Studios, 1994), auf die Farm der Tiere (George Orwell, 1945), sowie auf die Schwierigkeit die äußere Welt als Reflexion eigener, innerer Kräfte zu begreifen.  

Gänsegeier im Jugendkleid (Gyps fulvus), by Se90, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Mit dem Begriff Triggerwarnung bezeichnet man eine Warnung vor sogenannten Auslösereizen (Auslöser, englisch trigger). Der Begriff stammt ursprünglich aus der Trauma-Theorie (…) seine Wirksamkeit ist in der Psychologie umstritten. (
Wikipedia, Triggerwarnung)

Ab sofort mit Triggerwarnung,  Disneyfilme und Gedichte. Die Elefanten sind dafür. Die Zebras auch. Onyx‘, Impalas, Okapis, allesamt dafür. Musik! Für den Mandrill als Königsmacher. Licht von oben! Alle Beutetiere jubeln ihren Jägern zu und — Stopp! In einer Ecke (sehr abseitig) der 
Gedächtnisbibliothek öffnet sich ein Album (vom Affenpark auf Teneriffa). Ein Mandrill, so richtig angepisst (gefletschte Zähne, Penis erigiert) und zwischen ihm und uns, nur eine dünne Wand aus Glas, an einer Stelle, X markiert, fast eingeschlagen. Der Affe masturbiert und scheißt uns direkt vor die Füße. Bye-bye Disneyland! Willkommen auf der Farm der Tiere! Nur dass die Schweine diesmal die Hyänen sind. Hochverehrt von einem (hierzulande) völlig unbekannten Bantu-Stamm, weil sie dort die Sonne bringen. Hier geht sie einfach auf! Und Fleisch bleibt Fleisch und jeder weiß, dass Hyänen dafür über Leichen gehen. Zwischen ihren Kiefern krachen/Nashornknochen wie Krokant —

 

Wie bin ich nur hier rein geraten? Wie komm ich wieder raus? Verf***te Knochenbrecher! 
Scheu und Sorge, als einer mich im Traum besucht. Er landet federnd auf der Brüstung des Balkons; mit gut geschärften Messern aus Horn, das Elfenbein-Gefieder, locker angelegt. Völliges Gebannt-Sein, während er, auf Armeslänge, einfach nur da sitzt. Dann fliegt der Geier weg, lässt mich
und das Rätsel zurück. Ich umkreise es seit Jahrmillionen, wie entfernteste Planeten. Pluto, Planetenstatus zweifelhaft, steht dabei für Macht und Ohnmacht, Tod und Zerstörung, aber für  Heilung und Verwandlung auch. Jetzt wechselt er vom Steinbock in den Wassermann, wie zuletzt vor (aufgerundet) 248 Jahren. Was hat er uns gebracht? Bürgerrechte? Schrecken und Napoleon? 
Ich frage mich, wie seine letzten Tage waren. Im Exil, im Süd-
Atlantik. Eine tropische Insel im Tausch gegen die Weltherrschaft, während sich irgendwo in Afrika, über dem 
gefleckten Pelz einer Hyäne (lachend), die Sonne erhebt — 
 

(Ah, süßes Gift von Sternen!)

X (Gift von Sternen), 2023

Foto: erstes Farbfoto von Pluto (und Chiron), by NASA’s New Horizon Mission, 9. April 2015, gemeinfrei, via Wikimedia Commons

Der Text bezieht sich auf den Zeichentrickfilm König der Löwen (Disney Studios, 1994), auf die Farm der Tiere (George Orwell, 1945), sowie auf die Schwierigkeit, die äußere Welt oder Welten (wie z.B. Pluto) als Reflexion eigener, innerer Kräfte zu begreifen.