
Zwei Revolver
habe er auf ihn gerichtet
und gedroht abzudrücken! Der Verkäufer
stiert uns an und hält sich beide Zeigefinger an den Kopf
wie Läufe. Zwischen uns nur ein paar Schachteln, ein paar Schuhe, ein
Paar neue Wanderschuhe: leicht und fest und ein Profil, das Halt verspricht
auf allen Wegen. Hier gibt es kein Halten mehr. Der Verkäufer spricht, nein, er
erbricht sich, rattert seinen Text wie Salven: der neue Mann seiner Frau sei ein
Monster. Er habe seine Kinder/verdroschen, vergewaltigt und gequält, und
jeden Augenblick erwarte er den Anruf, dass die Ex-Frau nicht mehr lebt.
Sie wiege nur mehr dreißig Kilo. Ihm könne keiner helfen, niemand,
aber wenn wir ihm auf Google ein paar Sterne hinterlassen,
wäre er uns dankbar, weil auch hier/habe
man ihn im Visier —Peng! Peng!
War’s das jetzt? Nein, der Verkäufer
legt noch nach. Natürlich helfe ihm sein Glaube,
schließlich sei er Christ und jeden Sonntag, Kirche, Pflicht.
Zwei seiner Töchter sängen auch im Kirchenchor. Und wer hat die
Dreistigkeit und sitzt zwei Reihen hinter ihm? Der neue Mann seiner Frau!
Steht mitten in der Predigt auf, dreht sich zur Gemeinde um und schreit,
dass seine Töchter Schlampen sind und, die gehörten mal gef***t, gef***t
und danach umgebracht. Herrgott, sprich leiser! Stimme, heiser/
vor Verzweiflung. Auge, eng, Zielfernrohr:
Was soll ich jetzt tun?
Ich und du,
geschockt, gebannt oder
vielmehr eingespannt, in einen Schraubstock
aus Gewalt und Zwang, wie zwischen zwei Revolvern. Heute lieber
keine Sterne, bitte einfach — Schuhe! Wenig Geld für die Wunder dieser Welt,
in festen neuen Schuhen!
Peng! Peng! (Black Friday), 2025
Foto: Firing, by Niels Noordhoek, CC BY-SA 3.0, via Wikipedia

Zwei Revolver
habe er auf ihn gerichtet
und gedroht abzudrücken! Der Verkäufer
stiert uns an und hält sich beide Zeigefinger an den Kopf
wie Läufe. Zwischen uns nur ein paar Schachteln, ein paar Schuhe, ein
Paar neue Wanderschuhe: leicht und fest und ein Profil, das Halt verspricht
auf allen Wegen. Hier gibt es kein Halten mehr. Der Verkäufer spricht, nein, er
erbricht sich, rattert seinen Text wie Salven: der neue Mann seiner Frau sei ein
Monster. Er habe seine Kinder/verdroschen, vergewaltigt und gequält, und
jeden Augenblick erwarte er den Anruf, dass die Ex-Frau nicht mehr lebt.
Sie wiege nur mehr dreißig Kilo. Ihm könne keiner helfen, niemand,
aber wenn wir ihm auf Google ein paar Sterne hinterlassen,
wäre er uns dankbar, weil auch hier/habe
man ihn im Visier —Peng! Peng!
War’s das jetzt? Nein, der Verkäufer
legt noch nach. Natürlich helfe ihm sein Glaube,
schließlich sei er Christ und jeden Sonntag, Kirche, Pflicht.
Zwei seiner Töchter sängen auch im Kirchenchor. Und wer hat die
Dreistigkeit und sitzt zwei Reihen hinter ihm? Der neue Mann seiner Frau!
Steht mitten in der Predigt auf, dreht sich zur Gemeinde um und schreit,
dass seine Töchter Schlampen sind! Die gehörten mal gef***t, gef***t
und danach umgebracht. Herrgott, sprich leiser! Stimme,
heiser/vor Verzweiflung. Auge, eng, Zielfernrohr:
Was soll ich jetzt tun?
Ich und du,
geschockt, gebannt oder
vielmehr eingespannt, in einen Schraubstock aus
Gewalt und Zwang, wie zwischen zwei Revolvern. Heute lieber
keine Sterne, bitte einfach — Schuhe! Wenig Geld für die Wunder dieser Welt,
in festen neuen Schuhen!
Peng! Peng! (Black Friday), 2025
Foto: Firing, by Niels Noordhoek, CC BY-SA 3.0, via Wikipedia

Zwei Revolver habe er auf ihn gerichtet und gedroht abzudrücken! Der Verkäufer stiert uns an und hält sich beide Zeigefinger an den Kopf wie Läufe. Zwischen uns nur ein paar Schachteln, ein paar Schuhe, ein Paar neue Wanderschuhe: leicht und fest und ein Profil, das Halt verspricht auf allen Wegen. Hier gibt es kein Halten mehr. Der Verkäufer spricht, nein, er erbricht sich, rattert seinen Text wie Salven: der neue Mann seiner Frau sei ein
Monster. Er habe seine Kinder/ verdroschen, vergewaltigt und gequält, und jeden Augenblick erwarte er den Anruf, dass die Ex-Frau nicht mehr lebt. Sie wiege nur mehr dreißig Kilo. Ihm könne keiner helfen, niemand, aber wenn wir ihm auf Google ein paar Sterne hinterlassen, wäre er uns dankbar, weil auch hier/habe man ihn im Visier —Peng! Peng! War’s das jetzt? Nein, der Verkäufer legt noch nach. Natürlich helfe ihm sein Glaube, schließlich sei er Christ und jeden Sonntag, Kirche, Pflicht. Zwei seiner Töchter sängen auch im Kirchenchor. Und wer hat die Dreistigkeit und sitzt zwei Reihen hinter ihm? Der neue Mann seiner Frau! Steht mitten in der Predigt auf, dreht sich zur Gemeinde um und schreit, dass seine Töchter Schlampen sind, und die gehörten mal gef***t, gef***t und danach umgebracht. Herrgott, sprich leiser! Stimme, heiser vor Verzweiflung. Auge, eng, Zielfernrohr: Was soll ich jetzt tun?
Ich und du, geschockt, gebannt oder vielmehr eingespannt, in einen Schraubstock aus Gewalt und Zwang, wie zwischen zwei Revolvern. Heute lieber keine Sterne, bitte einfach — Schuhe!
Wenig Geld für die Wunder dieser Welt, in neuen festen Schuhen!
Peng! Peng! (Black Friday), 2025
Foto: Firing, by Niels Noordhoek, CC BY-SA 3.0, via Wikipedia
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