Wie kannst Du denn glauben, ja nur vermuten, dass ich Dich vergessen hätte? Wie würde mir das möglich sein? Für diese Vermutung sollst Du gleich die erste Nacht einen derben Schilling auf Dein liebens-, küssenswürdiges Ärschgen haben. Zähle nur darauf! Adieu.
(Mozart an Konstanze aus Berlin, 19. Mai 1789)
Glaubst du mir?
Nein, tust du nicht! Verstehst nichts
von Kadenzen und Sequenzen! Von Fugen und
vom Kontrapunkt? Fliegenschiss! Und was man Wiener Klassik
nennt, geht dir auch am Arsch vorbei, am lieben Ärschgen, das ich immer
küssen will! Und du, du schimpfst mit mir! Nennst mich Drecksmaul, Leckmaul,
Schleckmaul! Dein Paroli kommt so schnell wie Noten aufs Papier, Pa-pa-pa-pier:
Das lob ich mir! Wird das jetzt ein Liebesbrief!? Nein, davon gibt es schon genug.
Das ist ein Brieflein aus dem Loch: sechs Schuh tief, links zwei Hürchen, rechts
drei Gauner, drüber Kalk, ungelöscht. Und du, mein allerliebstes Ärschgen,
findest meine Gstättn nicht? Was heißt, gschieht mir recht!? Ach,
ich hab dich zurückgelassen? Mit zwo Kindern und den
Schulden und unsterblicher Musik?
Sei bloß still!!Grabesstille…
Pst! Wer spricht? Eine Stimme
aus dem Loch! Und doch, du glaubst mir nicht!
Verstehst nicht von Kadenzen und Sequenzen! Von Fugen
und vom Kontrapunkt, Fliegenschiss! Aber du verstehst es prächtig, wie
man Hungerleider stopft! Mit Müscherln? Ja, mit Müscherln, wie Kapaundln!
Also lass mich s’Ärschgen küssen, auch wenn’s arg nach Moder
schmeckt! Für immer Dein Drecksmaul,
_____!P.S. Und wers nicht glaubt, der soll mich lecken ohne End, von nunan bis
in Ewickeit, bis ich einmahl werd wieder gescheid. da hat er gewis zu
lecken lang, mir wird dabey schier selbsten bang*
Weihnachtspost, 2025
Foto: Karl Friedrich Schinkel: Die Sternenhalle der Königin der Nacht, Bühnenbildentwurf zu Mozarts Zauberflöte, 1815, Gemeinfrei, via Wikimedia Commons
*Zitat aus einem Brief von W.A.Mozart an sein Bäsle vom 28.2.1778
Weihnachtspost von Mozart? Natürlich! Der Text bezieht sich auf die Grablegung Mozarts im Dezember 1791, unter den strengen Bedingungen der josephinischen Begräbnisordnung, die dem ur-österreichischen Bedürfnis nach einer „schönen Leich“ völlig zuwider läuft. Die gute Nachricht: auch ohne schöne Leiche (Massengräber wurden zur damaligen Zeit nach 7 Jahren eingeebnet) wird 2026 ein Mozart-Jahr! Zum 270. Geburtstag Mozarts wird einiges aufgeboten und ich mach hier schon mal den Anfang…!
Was Mozarts Kapaundl mit Müscherln angeht, bedanke ich mich herzlich bei Christian von den Küchenereignissen. Ehre, wem Ehre gebührt.
Wie kannst Du denn glauben, ja nur vermuten, dass ich Dich vergessen hätte? Wie würde mir das möglich sein? Für diese Vermutung sollst Du gleich die erste Nacht einen derben Schilling auf Dein liebens-, küssenswürdiges Ärschgen haben. Zähle nur darauf! Adieu.
(Mozart an Konstanze aus Berlin, 19. Mai 1789)
Glaubst du mir?
Nein, tust du nicht! Verstehst nichts
von Kadenzen und Sequenzen! Von Fugen und
vom Kontrapunkt? Fliegenschiss! Und was man Wiener Klassik
nennt, geht dir auch am Arsch vorbei, am lieben Ärschgen, das ich immer
küssen will! Und du, du schimpfst mit mir! Nennst mich Drecksmaul, Leck-
maul, Schleckmaul! Dein Paroli kommt so schnell wie Noten aufs Pa-pa-pa-
pa —Pa-pa-pa-pier! Das lob ich mir! Wird das jetzt ein Liebesbrief!? Nein,
davon gibt es schon genug. Das ist ein Brieflein aus dem Loch: sechs Schuh
tief, links zwei Hürchen, rechts drei Gauner, drüber Kalk, ungelöscht. Und
du, mein allerliebstes Ärschgen, findest meine Gstättn nicht? Was
heißt hier, gschieht mir recht!? Ach, ich hab dich zurückgelassen?
Mit zwo Kindern und den Schulden und unsterblicher
Musik? Sei bloß still!!
Grabesstille…
Pst! Wer spricht? Eine Stimme
aus dem Loch!? Und doch, du glaubst mir nicht!
Verstehst nichts von Kadenzen und Sequenzen! Von Fugen und
vom Kontrapunkt, Fliegenschiss! Aber du verstehst es prächtig, wie man Hungerleider stopft! Mit Müscherln? Ja, mit Müscherln, wie Kapaundln!
Also lass mich s’Ärschgen küssen, auch wenn’s arg nach
Moder schmeckt! Für immer Dein Drecksmaul,_____!
P.S. Und wers nicht glaubt, der soll mich lecken ohne End, von nunan bis
in Ewickeit, bis ich einmahl werd wieder gescheid. da hat er gewis zu
lecken lang, mir wird dabey schier selbsten bang*
Weihnachtspost, 2025
Foto: Karl Friedrich Schinkel: Die Sternenhalle der Königin der Nacht, Bühnenbildentwurf zu Mozarts Zauberflöte, 1815, Gemeinfrei, via Wikimedia Commons
*Zitat aus einem Brief von W.A. Mozart an sein Bäsle vom 28.2.1778
Weihnachtspost von Mozart? Ja! Der Text bezieht sich auf die Grablegung Mozarts im Dezember 1791, unter den strengen Bedingungen der josephinischen Begräbnisordnung, die dem ur-österreichischen Bedürfnis nach einer „schönen Leich“ völlig zuwider läuft. Die gute Nachricht: auch ohne schöne Leiche (Massengräber wurden zur damaligen Zeit nach 7 Jahren eingeebnet) wird 2026 ein Mozart-Jahr! Zum 270. Geburtstag wird einiges aufgeboten und ich mach hier schon mal den Anfang!
Was Mozarts Kapaundl mit Müscherln angeht, bedanke ich mich herzlich bei Christian von den Küchenereignissen. Ehre, wem Ehre gebührt.
Wie kannst Du denn glauben, ja nur vermuten, dass ich Dich vergessen hätte? Wie würde mir das möglich sein? Für diese Vermutung sollst Du gleich die erste Nacht einen derben Schilling auf Dein liebens-, küssenswürdiges Ärschgen haben. Zähle nur darauf! Adieu. (Mozart an Konstanze aus Berlin, 19. Mai 1789)
Glaubst du mir? Nein, tust du nicht! Verstehst nichts von Kadenzen und Sequenzen! Von Fugen und vom Kontrapunkt? Fliegenschiss! Und was man Wiener Klassik nennt, geht dir auch am Arsch vorbei, am lieben Ärschgen, das ich immer
küssen will! Und du? Du schimpfst mich Drecksmaul, Leckmaul, Schleckmaul! Dein Paroli kommt so schnell wie Noten aufs Pa-pa-pa-pa —Pa-pa-pa-pier: Das lob ich mir! Wird das jetzt ein Liebesbrief!? Nein, davon gibt es schon genug. Das ist ein Brieflein aus dem Loch: sechs Schuh tief, links zwei Hürchen, rechts drei Gauner, drüber Kalk, ungelöscht.
Und du, mein allerliebstes Ärschgen, findest meine Gstättn nicht? Was heißt, gschieht mir recht!? Ach, ich hab dich zurückgelassen? Mit zwo Kindern und den Schulden und unsterblicher Musik? Sei bloß still!!
Grabesstille…Pst! Wer spricht? Eine Stimme aus dem Loch!? Und doch, du glaubst mir nicht! Verstehst nicht von Kadenzen und Sequenzen! Von Fugen und vom Kontrapunkt?
Fliegenschiss! Aber du verstehst es prächtig, wie man Hungerleider stopft! Mit Müscherln? Ja, mit Müscherln, wie Kapaundln! Also lass mich s’Ärschgen küssen, auch wenn’s arg nach Moder schmeckt!
Für immer Dein Drecksmaul,
_____!
P.S. Und wers nicht glaubt, der soll mich lecken ohne End, von nunan bis in Ewickeit, bis ich einmahl werd wieder gescheid. da hat er gewis zu
lecken lang, mir wird dabey schier selbsten bang*
Weihnachtspost, 2025
Foto: Karl Friedrich Schinkel: Die Sternenhalle der Königin der Nacht, Bühnenbildentwurf zu Mozarts Zauberflöte, 1815, Gemeinfrei, via Wikimedia Commons
*Zitat aus einem Brief von W.A.Mozart an sein Bäsle vom 28.2.1778
Weihnachtspost von Mozart? Ja! Der Text bezieht sich auf die Grablegung Mozarts im Dezember 1791, unter den strengen Bedingungen der josephinischen Begräbnisordnung, die dem ur-österreichischen Bedürfnis nach einer „schönen Leich“ völlig zuwider läuft. Die gute Nachricht: auch ohne schöne Leiche (Massengräber wurden zur damaligen Zeit nach 7 Jahren eingeebnet) wird 2026 ein Mozart-Jahr! Zum 270. Geburtstag wird was aufgeboten und ich mach hier schon mal den Anfang…!
Was Mozarts Kapaundl mit Müscherln angeht, bedanke ich mich herzlich bei Christian von den Küchenereignissen. Ehre, wem Ehre gebührt.
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