Örfla-Schlucht

Höhle, Örfla-Schlucht, Rikki Mitterer, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Nichts wie weg, hinein in eine
jener feuchten Spalten (Erde), wo man wieder
atmen kann; vorbei an einer Ringsport-Halle (weil es ohne
Kampf nicht geht), am Freibad (alles andere als frei), entlang dem kleinen
Emmebach, der heute so harmlos scheint, wäre da nicht sein gewaltiger Wall
aus steinernen Blöcken. Viele davon moosbedeckt, ausgedörrt vom Sonnenlicht.
Der Stein in seinem Borstenkleid, er rührt sich nicht. Er scheint zu träumen, so
wie Steine eben träumen, bis sie haltlos 
in die Tiefe stürzen. Unvermeidlich, die Wächterin am Schlucht-Eingang. Ihr Posten, eine nackte Eschen-Spitze. Ich laufe

langsam auf sie zu. Sie dreht den Kopf in meine Richtung, sieht mich an; Auf der Kuppel ihrer Augen treibt, wie dunkle Wolken, ein Pupillenfleck, während die
Kiefer mahlen. Unablässig. Ich warte ab. Die Wächterin hebt ab, verschwindet;
kehrt zurück und kaut. So geht das immer wieder, hin und her, bis mir der
Sinn des Ganzen dämmert. Ich nicke der Libelle zu; passiere
(halb bewusst/halb unbewusst) die Grenze zwischen 
            dieser Welt und jener — Halt! 

 

Hier kommt das Ende.
Schon klar, oder? Muss so sein. Irgendwas,
normalerweise Ungeformtes, hat
Gestalt angenommen;
Als Amsel an der Quelleinfassung, als merkwürdig geformter Stein
am Weg. Manchmal werden wir uns bücken, ihn in unsre Tasche stecken.
Manchmal lassen wir ihn liegen; streben anderen Fragen 
             und anderen Antworten zu —

Örfla-Schlucht, 2022

Foto: weibliche Plattbauchlibelle (Libellula depressa), eigenes Bild, Götzis (Örfla-Schlucht) 2022

Höhle, Örfla-Schlucht, Rikki Mitterer, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Nichts wie weg, hinein in eine
jener feuchten Spalten (Erde), wo man wieder
atmen kann; vorbei an einer Ringsport-Halle (weil es ohne
Kampf nicht geht), am Freibad (alles andere als frei), entlang dem
kleinen Emmebach, der heute so harmlos scheint, wäre da nicht sein gewaltiger Wall aus steinernen Blöcken. Viele davon moosbedeckt, aus-gedörrt vom Sonnenlicht. Der Stein in seinem Borstenkleid, er rührt sich nicht. Er scheint zu träumen, so wie Steine eben träumen, bis sie sich haltlos 
in die Tiefe stürzen. Unvermeidlich, die Wächterin am Schlucht-
Eingang. Ihr Posten, eine nackte 
Eschen-Spitze. Ich laufe langsam auf sie zu. Sie dreht den Kopf in meine Richtung, sieht mich an; Auf den Kuppen ihrer Augen treibt, wie dunkle Wolken, ein Pupillenfleck, während die Kiefer unablässig mahlen. Ich warte ab. Die Wächterin hebt ab, verschwindet; kehrt zurück und kaut. So geht das immer wieder, hin und her, bis mir
der Sinn des Ganzen 
dämmert. Ich nicke der Libelle zu; passiere
(halb bewusst/halb unbewusst)
 die Grenze zwischen
             dieser Welt und jener
— Halt!

 

Hier kommt das Ende.
Schon klar, oder? Muss so sein. Irgendwas,
normalerweise Ungeformtes, hat
Gestalt angenommen.
Als Amsel an der Quelleinfassung, als merkwürdig geformter Stein
am Weg. Manchmal werden wir uns bücken, ihn in unsre Tasche stecken. Manchmal lassen wir ihn liegen; streben anderen Fragen 
            
und anderen Antworten zu —

Örfla-Schlucht, 2022

Foto: weibliche Plattbauchlibelle (Libellula depressa), eigenes Bild, Götzis (Örfla-Schlucht) 2022

Höhle, Örfla-Schlucht, Rikki Mitterer, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Nichts wie weg, hinein in eine jener feuchten Spalten (Erde), wo man wieder atmen kann; vorbei an einer Ringsport-Halle (weil es ohne Kampf nicht geht), am Freibad (alles andere als frei), entlang dem kleinen Emmebach, der heute so harmlos scheint, wäre da nicht sein gewaltiger Wall aus steinernen Blöcken. Viele davon moosbedeckt, ausgedörrt vom Sonnenlicht. Der Stein in seinem Borstenkleid, er rührt sich nicht. Er träumt, so wie Steine eben träumen, bis sie (aufgeschreckt wie kleine Kinder) krachend in die Tiefe stürzen —

Unvermeidlich, die Wächterin am Schlucht-Eingang. Ihr Posten, eine nackte Eschen-Spitze. Ich laufe langsam auf sie zu. Sie dreht den Kopf in meine Richtung, sieht mich an; Auf den Kuppeln ihrer Augen treibt, wie dunkle Wolken, ein Pupillenfleck, während die Kiefer unablässig mahlen. Ich warte ab. Die Wächterin hebt ab, verschwindet; kehrt zurück und kaut. So geht das immer wieder, hin und her, bis mir der Sinn des Ganzen dämmert. Ich nicke der Libelle zu; passiere (halb bewusst/halb unbewusst) die Grenze zwischen dieser Welt und jener — Halt!

 

Hier kommt das Ende. Schon klar, oder? Muss so sein. Irgendwas, normalerweise Ungeformtes, hat Gestalt angenommen. Als Amsel an der Quelleinfassung; als merkwürdig geformter Stein am Weg. Manchmal werden wir uns bücken, ihn in unsre Tasche stecken. Manchmal lassen wir ihn liegen; streben anderen Fragen und anderen Antworten zu —

Örfla-Schlucht, 2022

Foto: weibliche Plattbauchlibelle (Libellula depressa), eigenes Bild, Götzis (Örfla-Schlucht) 2022