Heute keine Vorstellung

Auerhahn (Tetrao urogallus), via piqsels. com

Die Nebelberge sind verhangen,
die Vorstellung fällt leider aus. Hinter den Vorhängen
spannen/Pilze vergnügt ihre Schirme auf.  Wir begnügen uns
mit Jacken, einer
kurzen Wildpark-Runde, einfach so, zum Zeitvertreib
(als hätten wir komplett vergessen, wie sehr zur Schau gestelltes Wild die
eigenen Wölfe reizt.) Die
Lethargie der Steinböcke und die Gefräßigkeit der
Sauen sind noch ganz gut auszuhalten. Den Luchs beschäftigt Mutterschaft. Die Murmeltiere murmelten, wenn sie nicht schon lange schliefen. Beim Auerhahn,
nur Traum und Trübsinn. Er sitzt auf einem Ast und äugt, den Schädel schief
gelegt, hinauf zum Raben, der in alle Nebel schreit, um sie endlich aufzureißen.

Der Auerhahn beginnt zu träumen.
Die blaue Nickhaut schiebt sich über seinen scharfen Blick. Was waren das für Zeiten, als Hähne alle Vorsicht kappend,
worgend, glöckelnd, wetzend, flügelschlagend
fahren ließen, dass es knallt
und schallt im Wald? Auf dieses Getue können wir ganz leicht verzichten,
niemals auf das Wegerecht. Ab in die Voliere, Vogel! Dafür Hennen,
alle Tage! Sie drücken sich so scheu in ihre Tannenwipfel,
dass wir sofort sehen, heute leider 
             keine Vorstellung —

Nur die vielfach gefürchteten
Wölfe drehen hier und im Gehege ihre immer
gleichen Runden. Heißt es denn nicht überall, sie kämen
jetzt zurück oder wären schon längst hier? Das gute, alte Wegerecht
würde wohl neu ausgehandelt. Was für eine Vorstellung!
             (Der Auerhahn träumt.)

Heute keine Vorstellung, 2022

Foto: Europäischer Wolf (Canis lupus lupus) by Luigi Morbidelli, via istockphoto.com

kappen, worgen, glöckeln, wetzen = typische Abfolge des Balzverhaltens beim Auerhahn (Tetrao urogallus).

Das Wegerecht bzw. die Wegefreiheit umfasst in Österreich alle Rechte, die es Menschen erlauben fremden Grund und Boden zu betreten bzw. zu passieren, insbesondere im Wald und im Gebirge.

Auerhahn (Tetrao urogallus), via piqsels. com

Die Nebelberge sind
verhangen, die Vorstellung fällt
leider aus. Hinter den Vorhängen spannen
Pilze vergnügt ihre Schirme auf. Wir begnügen uns
mit Jacken, einer
kurzen Wildpark-Runde (als hätten wir komplett vergessen, wie sehr zur Schau gestelltes Wild unsere eigenen Wölfe
reizt.) Die
Lethargie der Steinböcke und die Gefräßigkeit der Sauen sind noch ganz gut auszuhalten. Den Luchs beschäftigt Mutterschaft. Die Murmeltiere murmelten, wenn sie nicht schon lange schliefen. Beim Auerhahn, nur Traum und Trübsinn. Er sitzt auf einem Ast und äugt, den Schädel schief gelegt, hinauf zum Raben, der in alle Nebel schreit, um
sie endlich aufzureißen.
Der Auerhahn beginnt zu träumen. Die blaue Nickhaut schiebt sich über seinen scharfen Blick. Was waren das für
Zeiten, als Hähne alle Vorsicht
kappend, worgend, glöckelnd, wetzend, flügelschlagend fahren ließen, dass es knallt und schallt im Wald? Auf dieses Getue können wir ganz leicht verzichten, niemals auf das
Wegerecht. Ab in die Voliere, Vogel, dafür Hennen
alle Tage!
Sie drücken sich so scheu in ihre Tannenwipfel,
dass wir 
sofort einsehen, heute leider 
              keine Vorstellung —

Nur die vielfach gefürchteten
Wölfe drehen hier und im Gehege ihre immer
gleichen Runden. Heißt es denn nicht überall,
sie kämen jetzt
zurück oder sie wären schon längst hier? Das gute, alte Wegerecht
würde wohl neu ausgehandelt. 
Was für eine Vorstellung!

 

             (Der Auerhahn träumt.)

Heute keine Vorstellung, 2022  

Foto: Europäischer Wolf (Canis lupus lupus) by Luigi Morbidelli, via istockphoto.com

kappen, worgen, glöckeln, wetzen = typsiche Abfolge des Balzverhaltens beim Auerhahn (Tetrao urogallus). 

Das Wegerecht bzw. die Wegefreiheit umfasst in Österreich alle Rechte, die es Menschen erlauben fremden Grund und Boden zu betreten bzw. zu passieren, insbesondere im Wald und im Gebirge.

Auerhahn (Tetrao urogallus), via piqsels. com

Die Nebelberge sind verhangen, die Vorstellung fällt leider aus. Hinter den Vorhängen spannen Pilze vergnügt ihre Schirme auf. Wir begnügen uns mit Jacken, einer kurzen Wildpark-Runde, als hätten wir komplett vergessen, wie sehr zur Schau gestelltes Wild unsere eigenen Wölfe reizt. Die Lethargie der Steinböcke und die Gefräßigkeit der Sauen sind noch ganz gut auszuhalten. Den Luchs beschäftigt Mutterschaft. Die Murmeltiere murmelten, wenn sie nicht schon lange schliefen. Beim Auerhahn, nur Traum und Trübsinn. Er sitzt auf einem Ast und äugt, den Schädel schief gelegt, hinauf zum Raben, der in alle Nebel schreit, um sie endlich aufzureissen. Der Auerhahn beginnt zu träumen. Die blaue Nickhaut schiebt sich über seinen scharfen Blick. Was waren das für Zeiten, als Hähne alle Vorsicht kappend, worgend, glöckelnd, wetzend, flügelschlagend fahren ließen, dass es knallt und schallt im Wald? Auf dieses Getue können wir ganz leicht verzichten, niemals auf das Wegerecht. Ab in die Voliere, Vogel! Dafür Hennen, alle Tage! Sie drücken sich so scheu in ihre Tannenwipfel, dass wir  sofort sehen, heute leider keine Vorstellung —

Nur die vielfach gefürchteten
Wölfe drehen hier und im Gehege ihre immer gleichen Runden. Heißt es denn nicht überall,
sie kämen jetzt zurück oder wären längst schon hier? Das gute, alte Wegerecht würde wohl neu ausgehandelt. Was für eine Vorstellung!

 

(Der Auerhahn träumt.)

Heute keine Vorstellung, 2022  

foto: Europäischer Wolf (Canis lupus lupus) by Luigi Morbidelli, via istockphoto.com

kappen, worgen, glöckeln, wetzen = typische Abfolge des Balzverhaltens beim Auerhahn (Tetrao urogallus).

Das Wegerecht bzw. die Wegefreiheit umfasst in Österreich alle Rechte, die es Menschen erlauben fremden Grund und Boden zu betreten bzw. zu passieren, insbesondere im Wald und im Gebirge.