Der Blob

Physarum polycephalum mit Haferflocken in Petrischale, Tim Tim (VD fr), CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ein Flackern im Dunkel,
das sich teilt und teilt und teilt und dabei
eine Zelle
bleibt: gigantisch-kontrolliert, der Blob. Nur wenn er

hungert, bricht er aus, sucht sich Beute, überall. O wären wir wie er, s
chreibt

Gottfried Benn (als junger Arzt), ein Klümpchen Schleim in einem warmen Moor. Heute
eher Petrischale, wo der Blob wachsen darf, solange wir ihn nicht verstehen: Amöbe, Flagellat oder doch
Pilz mit Sporen? Der Blob, der passt sich an (auch an Ungeliebtes)
und gibt (Achtung!) alles weiter. Wie er das macht? Wir zerbrechen uns den Kopf,
den der
Blob gar nicht hat. Lieblingsphrase Wunder Leben. Aber geh,
frag den Blob! Er spielt mit; (der alte Schleimer) M
it wachsender
             Begeisterung
und einer Handvoll Haferflocken.

Der Blob (Alter Schleimer), 2021

foto: Physarum polycephalum („Blob“) in freier Wildbahn von Le Bernemi, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Der Text bezieht sich auf den Einzeller des Jahres 2021, Physarum polycephalum, der in Laboren weltweit als Modellorganismus zum Einsatz kommt, und im kursiv gesetzten Zitat auf ein Gedicht von Gottfried Benn (Gesänge); hier mit einer kritischen Interpretation von Hans-Ulrich Treichel.

Physarum polycephalum mit Haferflocken in Petrischale, Tim Tim (VD fr), CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ein Flackern im Dunkel,
das sich teilt und teilt und teilt und dabei
eine Zelle
bleibt: gigantisch-kontrolliert, der Blob. Nur wenn
er
hungert, bricht er aus, sucht sich Beute, überall. O wären wir wie er,
s
chreibt Gottfried Benn (als junger Azrt), ein Klümpchen Schleim in einem warmen Moor. Heute eher Petrischale, wo der Blob wachsen darf, solange wir ihn nicht verstehen: Amöbe, Flagellat oder doch Pilz mit Sporen? Der Blob, der passt
sich an (auch an Ungeliebtes) und gibt (Achtung!) alles weiter. Wie macht er das?
Wir zerbrechen uns
den Kopf, den der Blob gar nicht hat. Lieblingsphrase
Wunder Leben
. Aber geh, frag den Blob! Er spielt mit; (der alte
Schleimer)
mit wachsender Begeisterung und einer
             Handvoll Haferflocken.

Der Blob (Alter Schleimer), 2021

foto: Physarum polycephalum („Blob“) in freier Wildbahn von Le Bernemi, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Der Text bezieht sich auf den Einzeller des Jahres 2021, Physarum polycephalum, der in Laboren weltweit als Modellorganismus zum Einsatz kommt, und im kursiv gesetzten Zitat auf ein Gedicht von Gottfried Benn (Gesänge); hier mit einer kritischen Interpretation von Hans-Ulrich Treichel.

Physarum polycephalum mit Haferflocken in Petrischale, Tim Tim (VD fr), CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ein Flackern im Dunkel, das sich teilt und teilt und teilt und dabei eine Zelle bleibt: gigantisch-kontrolliert, der Blob. Nur wenn er
hungert, bricht er aus, sucht sich Beute, überall. O wären wir wie er, s
chreibt Gottfried Benn (als junger Arzt), ein Klümpchen Schleim in einem warmen Moor. Heute eher Petrischale, wo der Blob wachsen darf, solange wir ihn nicht verstehen: Amöbe, Flagellat oder doch Pilz mit Sporen? Der Blob, der passt sich an (auch an Ungeliebtes) und gibt (Achtung!) alles weiter. Wie macht er das? Wir zerbrechen uns den Kopf, den der Blob gar nicht hat. Lieblingsphrase Wunder Leben. Aber geh, frag den Blob! Er spielt mit; (der alte Schleimer) mit wachsender Begeisterung und einer Handvoll Haferflocken.

Der Blob (Alter Schleimer), 2021

foto: Physarum polycephalum („Blob“) in freier Wildbahn von Le Bernemi, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Der Text bezieht sich auf den Einzeller des Jahres 2021, Physarum polycephalum (der „Blob“), der in Laboren weltweit als Modellorganismus zum Einsatz kommt, und im kursiv gesetzten Zitat auf ein Gedicht von Gottfried Benn (Gesänge); hier mit einer kritischen Interpretation von Hans-Ulrich Treichel.