
Ein Flackern im Dunkel.
Leben, das sich teilt und teilt und teilt
und dabei eine Zelle bleibt: gigantisch-kontrolliert,
der Blob. Nur wenn er hungert, bricht er aus, sucht sich Beute,
überall. Wären wir wie er, ein Klümpchen Schleim in einem warmen Moor! Heute eher Petrischale, wo der Blob wachsen darf, solange wir ihn
nicht verstehen. Ein Blob, der passt sich an, auch an eher Ungeliebtes und
gibt (Achtung!) alles weiter. Wie er das macht? Keine Ahnung. Wir zerbrechen
uns den Kopf, den der Blob gar nicht hat. Lieblingsphrase „Wunder Leben“.
Frag den Blob! Er spielt mit. Für eine Handvoll Haferflocken,
wachsende Begeisterung —
Der Blob, 2021
Foto: Physarum polycephalum („Blob“) by Le Bernemi, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Der Text bezieht sich auf den Einzeller des Jahres 2021, den echten Schleimpilz Physarum polycephalum, der in Laboren weltweit als Modellorganismus zum Einsatz kommt, und im kursiv gesetzten Zitat auf ein Gedicht von Gottfried Benn (Gesänge); hier mit einer kritischen Interpretation von Hans-Ulrich Treichel.

Ein Flackern im Dunkel,
Leben, das sich teilt und teilt und teilt und
dabei eine Zelle bleibt: gigantisch-kontrolliert, der Blob.
Nur wenn er hungert, bricht er aus, sucht sich Beute, überall.
Wären wir wie er, ein Klümpchen Schleim in einem warmen Moor!
Heute eher Petrischale, wo der Blob wachsen darf, solange wir ihn
nicht verstehen: Der Blob, der passt sich an, auch an eher Ungeliebtes,
und gibt (Achtung!) alles weiter. Wie er das macht? Keine Ahnung!
Wir zerbrechen uns den Kopf, den der Blob gar nicht hat.
Lieblingsphrase Wunder Leben. Aber geh, frag den Blob!
Er spielt mit. Für eine Handvoll Haferflocken, mit
wachsender Begeisterung —
Der Blob, 2021
foto: Physarum polycephalum („Blob“) in freier Wildbahn von Le Bernemi, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Der Text bezieht sich auf den Einzeller des Jahres 2021, den echten Schleimpilz Physarum polycephalum, der in Laboren weltweit als Modellorganismus zum Einsatz kommt, und im kursiv gesetzten Zitat auf ein Gedicht von Gottfried Benn (Gesänge); hier mit einer kritischen Interpretation von Hans-Ulrich Treichel.

Ein Flackern im Dunkel. Leben, das sich teilt und teilt und teilt und dabei eine Zelle bleibt: gigantisch-kontrolliert, der Blob. Nur wenn er hungert, bricht er aus, sucht sich Beute, überall. Wären wir wie er ein Klümpchen Schleim in einem warmen Moor! Heute eher Petrischale, wo der Blob wachsen darf, solange wir ihn nicht verstehen: Der Blob, der passt sich an, auch an eher Ungeliebtes, und gibt (Achtung!) alles weiter. Wie er das macht? Keine Ahnung! Wir zerbrechen uns den Kopf, den der Blob gar nicht hat. Lieblingsphrase Wunder Leben. Aber geh, frag den Blob! Er spielt mit. Für eine Handvoll Haferflocken, mit wachsender Begeisterung —Der Blob, 2021 foto: Physarum polycephalum („Blob“) in freier Wildbahn von Le Bernemi, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons Der Text bezieht sich auf den Einzeller des Jahres 2021, den echten Schleimpilz Physarum polycephalum, der in Laboren weltweit als Modellorganismus zum Einsatz kommt, und im kursiv gesetzten Zitat auf ein Gedicht von Gottfried Benn (Gesänge); hier mit einer kritischen Interpretation von Hans-Ulrich Treichel.
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