
„man fand den eifersüchtigen bauerntrampel/ertrunken in einer pfütze. eine saat/ging auf (…) ich hinterließ die angst der schlafenden/vorm wasser, eine fußspur, die die sonne/bald auflecken würde, und die gaffenden nachbarn um mütter und wiegen/ihre söhne mit fischlippen und schwimmhaut (…) ich wurde meine legende.“ (der wassermann, Jan Wagner)
Nacht am See. Aus seinem
Dunkel kommt ein Kahn (unbemannt),
legt zu deinen Füßen an. Denk dir mal, du steigst ein,
obwohl du weißt, was dich erwartet. Der Kahn kentert (immer
wieder), aber statt, wie bisher (immer wieder) zu ertrinken/panisch
aufzuwachen, sinkst du federleicht zum Grund. Vom fahlen Licht (tief unten)
blau gefärbt, ein Tisch, ein Bett und eine Truhe. In diesem Zimmer ohne
Wände wohnt also… ein Wassermann? Scheint grade nicht hier zu sein.
Du schaust dich um in/aller Ruhe. Atmen? Kein Problem.
Funktioniert auch unter Wasser. Denk dir
einen Absatz. Hier.
An der Stiege zum See,
am/frühen Morgen, ein paar Wasserläufer
skaten, kühles Wasser um die Knie; auf einer Daube, eine/
Schwarzkopfmöwe, die der Stille lauscht (wie du), bis ein großer, brauner
Leib aufs/Wasser klatscht. Es regnet Fische. Sicheres Indiz für eine Jagd mit/
Echos an der Oberfläche. Als eine Welle Fahrt aufnimmt, gerade auf dich
zuhält, wie ein umgekipptes V, dein/Zögern. Dann gleitest du
tiefer ins/Wasser hinein. Soll er nur kommen, der Fisch…
Denk dir, was du willst, dabei —
Wassermann (für M.B.), 2023
Foto: Wassermann, by yuelan, via istockphoto.com
Das oben angeführte Zitat stammt aus dem Gedicht „der wassermann“ von Jan Wagner (aus: Jan Wagner, Selbstporträt mit Bienenschwarm, Hanser Berlin 2007)

„man fand den eifersüchtigen bauerntrampel/ertrunken in einer pfütze. eine saat/ging auf (…) ich hinterließ die angst der schlafenden/vorm wasser, eine fußspur, die die sonne/bald auflecken würde, und die gaffenden nachbarn um mütter und wiegen/ihre söhne mit fischlippen und schwimmhaut (…) ich wurde meine legende.“ (der wassermann, Jan Wagner)
Nacht am See.
Aus seinem Dunkel kommt ein
Kahn (unbemannt), legt zu deinen Füßen an.
Denk dir mal, du steigst ein, obwohl du weißt, was dich
erwartet. Der Kahn kentert (immer wieder), aber statt wie bisher
(immer wieder) zu ertrinken/panisch aufzuwachen, sinkst du federleicht
zum Grund. Vom fahlen Licht (tief unten) blau gefärbt, ein Tisch, ein
Bett und eine Truhe. In diesem Zimmer ohne Wände wohnt also…
ein Wassermann? Scheint grade nicht hier zu sein. Du schaust
dich um in/aller Ruhe. Atmen? Kein Problem. Funktioniert
auch unter Wasser. Denk dir einen
Absatz. Hier.An der Stiege zum See,
am/frühen Morgen, ein paar Wasserläufer
skaten, kühles Wasser um die Knie. Auf einer Daube eine/Schwarzkopfmöwe, die der Stille lauscht (wie du), ein großer,
brauner Leib aufs/Wasser klatscht. Es regnet Fische. Sicheres Indiz
für eine Jagd mit/Echos an der Oberfläche. Als eine Welle Fahrt
aufnimmt, gerade auf dich zuhält, wie ein umgekipptes V,
dein Zögern. Dann gleitest du tiefer ins/Wasser hinein.
Soll er nur kommen, der Fisch. Denk dir,
was du willst, dabei —
Wassermann (für M.B.), 2023
Foto: Wassermann, by yuelan, via istockphoto.com
Das oben angeführte Zitat stammt aus dem Gedicht „der wassermann“ von Jan Wagner (aus: Jan Wagner, Selbstporträt mit Bienenschwarm, Hanser Berlin 2007)

„man fand den eifersüchtigen bauerntrampel/ertrunken in einer pfütze. eine saat/ging auf (…) ich hinterließ die angst der schlafenden/vorm wasser, eine fußspur, die die sonne/bald auflecken würde, und die gaffenden nachbarn um mütter und wiegen/ihre söhne mit fischlippen und schwimmhaut (…) ich wurde meine legende.“
(der wassermann, Jan Wagner)
Nacht am See. Aus seinem Dunkel kommt ein Kahn (unbemannt), legt zu deinen Füßen an. Denk dir mal, du steigst ein, obwohl du weißt, was dich erwartet. Der Kahn kentert (immer wieder). Aber statt, wie bisher (immer wieder) zu ertrinken/panisch aufzuwachen, sinkst du federleicht zum Grund. Vom fahlen Licht (tief unten) blau gefärbt, ein Tisch, ein Bett und eine Truhe. In diesem Zimmer ohne Wände wohnt also… ein Wassermann? Scheint grade nicht hier zu sein. Du schaust dich um in/aller Ruhe. Atmen? Kein Problem. Funktioniert auch unter Wasser. Denk dir einen Absatz. Hier.
An der Stiege zum See, am/frühen Morgen, ein paar Wasserläufer skaten, kühles Wasser um die Knie. Auf einer Daube, eine/Schwarzkopfmöwe, die der Stille lauscht (wie du), bis ein großer, brauner Leib aufs/Wasser klatscht. Es regnet Fische. Sicheres Indiz für eine Jagd mit/Echos an der Oberfläche. Als eine Welle Fahrt aufnimmt, gerade auf dich zuhält, wie ein umgekipptes V, dein Zögern. Dann gleitest du tiefer ins/Wasser hinein. Soll er nur kommen, der Fisch…
Denk dir, was du willst, dabei —
Wassermann (für M.B.), 2023
Foto: Wassermann, by yuelan, via istockphoto.com
Das oben angeführte Zitat stammt aus dem Gedicht „der wassermann“ von Jan Wagner (aus: Jan Wagner, Selbstporträt mit Bienenschwarm, Hanser Berlin 2007)
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