
Sind das Nüsse?
Sehe eine Frau sich bücken, Fritzi,bei den Haselsträuchern. Ich, zu Fritzi: Gute Ernte?
Und sie, lachend: Nein, nein, gar nicht. Wieso leuchten ihre
Augen dann, als hätte sie die Ernte ihres Lebens eingefahren? Und
schon tritt der Chor aus dem Haselstrauch hervor. Billig, oder? Ab mit
euch! Chor verstummt. Fritzi lacht und öffnet ihre Hand mit Nüssen: Viele
davon angebohrt. Hier hat sich einer satt gefressen. Kennst du seinen Namen?
Seine Larven sind jetzt Puppen, schlafen alle in der Erde, träumen vor sich
hin wie wir. Fritzi träumt (ihr Mann, ein Bäcker) von Semmeln und von
Hefezöpfen. Endlich ist es aufgegangen, warm und weich: Familien-
glück! Bis ihr Mann das Glück verspielt. Im Casino? Hmm.
Jaja. Dann haut er ab. Südafrika. Fritzi
fährt ihm hinterher —Lautes Trommeln
und Trompeten; Elefanten und
so weiter. Chor stampft Staub, Sonne lacht. Weil,
wenn Menschen Kinder kriegen, sie das meistens fröhlich
stimmt. Für Fritzis Gatten gilt das nicht. Will sie um die Ecke bringen.
Hat die Mörder schon bestellt. Fritzi steht jetzt an der Wand. Spricht kein
Wort Englisch. Afrikaans? Schon dreimal nicht. Jetzt hebt der Chor zu
singen an: Do you speak english? Yes, I do! Wie geht denn das? Ich weiß
es nicht. Was Fritzi weiß: Sie muss hier weg. Fritzi bückt sich. Da,
schon wieder, eine Nuss! Ist die für mich? Der Chor mit
seiner Litanei verstummt. Aus der Ferne,
Glockenläuten…
Fritzi wird… Mesnerin.
Zunächst hier und dann dort. Dann ist der
nette Pfarrer fort, dafür gibt es einen Schuster. Fritzi,
nur ’ne Zeile drunter! Die Nuss in Fritzis Hand schmeckt süß unter der Haut,
die manchmal bisschen bitter schmeckt. Etwas leidig, unser Chor;
tritt zum letzten Mal hervor. Und alle, alle geben vor,
sie hätten es kapiert —
Nüsse (für Fritzi), 2025
Foto: Haselnussbohrer (Curculio nucum), by Reinhold Möller, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Sind das Nüsse?
Sehe eine Frau sich bücken, Fritzi,
bei den Haselsträuchern. Ich, zu Fritzi: Gute Ernte?
Und sie, lachend: Nein, nein, gar nicht. Wieso leuchten ihre
Augen dann, als hätte sie die Ernte ihres Lebens eingefahren? Und
schon tritt der Chor aus dem Haselstrauch hervor. Billig, oder? Ab mit
euch! Chor verstummt. Fritzi lacht und öffnet ihre Hand mit Nüssen:
Viele davon angebohrt. Hier hat sich einer satt gefressen. Kennst du seinen
Namen? Seine Larven sind jetzt Puppen, schlafen in der Erde, träumen
vor sich hin wie wir. Fritzi träumt (ihr Mann, ein Bäcker) von Semmeln
und von Hefezöpfen. Endlich ist es aufgegangen, warm und weich:
Familienglück. Bis ihr Mann das Glück verspielt. Im Casino?
Hmm. Jaja. Dann haut er ab. Südafrika. Fritzi
fährt ihm hinterher —Lautes Trommeln
und Trompeten; Elefanten und
so weiter. Chor stampft Staub, Sonne lacht. Weil,
wenn Menschen Kinder kriegen, sie das meistens fröhlich
stimmt. Für Fritzis Gatten gilt das nicht. Will sie um die Ecke bringen.
Hat die Mörder schon bestellt. Fritzi steht jetzt an der Wand. Spricht
kein Wort Englisch. Und Afrikaans? Schon dreimal nicht. Jetzt hebt der
Chor zu singen an: Do you speak english? Yes, I do! Wie geht denn das?
Ich weiß es nicht. Was Fritzi weiß: Sie muss hier weg. Fritzi bückt
sich. Da, schon wieder, eine Nuss! Ist die für mich? Der Chor
mit seiner Litanei verstummt. Aus der Ferne,
Glockenläuten…?Fritzi wird… Mesnerin.
Zunächst hier und dann dort. Dann ist der
nette Pfarrer fort, dafür gibt es einen Schuster. Fritzi,
nur ’ne Zeile drunter! Fritzis Nuss schmeckt süß unter der Haut,
die manchmal bisschen bitter schmeckt. Etwas leidig, unser Chor;
tritt zum letztes Mal hervor. Und alle, alle geben vor,
sie hätten es kapiert —
Nüsse (für Fritzi), 2025
Foto: Haselnussbohrer (Curculio nucum), by Reinhold Möller, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Sind das Nüsse? Sehe eine Frau sich bücken, Fritzi, bei den Haselsträuchern. Ich, zu Fritzi: Gute Ernte? Und sie, lachend: Nein, nein, gar nicht. Wieso leuchten ihre Augen dann, als hätte sie die Ernte ihres Lebens eingefahren? Und schon tritt der Chor aus dem Haselstrauch hervor. Billig, oder? Ab mit euch! Chor verstummt. Fritzi lacht und öffnet ihre Hand mit Nüssen: Viele davon angebohrt. Hier hat sich einer satt gefressen. Kennst du seinen Namen? Seine Larven sind jetzt Puppen, schlafen alle in der Erde, träumen vor sich hin wie wir. Fritzi träumt (ihr Mann, ein Bäcker) von Semmeln und von Hefezöpfen. Endlich ist es aufgegangen, warm und weich: Familienglück. Bis ihr Mann das Glück verspielt. Im Casino? Hmm. Jaja. Dann haut er ab. Südafrika. Fritzi fährt ihm hinterher —
Lautes Trommeln und Trompeten; Elefanten und so weiter. Chor stampft Staub, Sonne lacht. Weil, wenn Menschen Kinder kriegen, sie das meistens fröhlich stimmt. Für Fritzis Gatten gilt das nicht. Will sie um die Ecke bringen. Hat die Mörder schon bestellt. Fritzi steht jetzt an der Wand. Spricht kein Wort Englisch. Afrikaans? Schon dreimal nicht. Jetzt hebt der Chor zu singen an: Do you speak english? Yes, I do! Wie geht denn das? Ich weiß es nicht. Was Fritzi weiß: Sie muss hier weg. Fritzi bückt sich. Da, schon wieder, eine Nuss! Ist die für mich? Der Chor mit seiner Litanei verstummt. Aus der Ferne, Glockenläuten…
Fritzi wird… Mesnerin. Zunächst hier und dann dort. Dann ist der nette Pfarrer fort, dafür gibt es
einen Schuster. Fritzi, nur ’ne Zeile drunter! Fritzis Nuss schmeckt süß unter der Haut, die manchmal bisschen bitter schmeckt. Etwas leidig, unser Chor; tritt zum letztes Mal hervor. Und alle, alle geben vor, sie hätten es kapiert —
Nüsse (für Fritzi), 2025
Foto: Haselnussbohrer (Curculio nucum), by Reinhold Möller, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
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