Der Bogen (das Gebet)

Untersee, Arosa, 2026, eigens Bild

„I do not pretend to understand the moral universe; the arc is a long one, my eye reaches but a little way; I cannot calculate the curve and complete the figure by the experience of sight; I can divine it by conscience. And from what I see I have no doubt of it that it bends towards justice.“
             Theodore Parker

„Wenn ich vor G-tt stehen werde, wird der Ewige mich fragen: Hast du meine Alpen gesehen?“
             Samson Raphael Hirsch

Hat uns denn der
Berg gerufen? Menschen strömen
aus der Gondel, atmen hörbar tiefer ein. Wenig
Sauerstoff hier oben, dafür einwandfreie Sicht auf sechshundert
Alpengipfel. Dieser hier, aus Dolomit. Ein paar Schritte weiter Schiefer
und grünschwarzer Serpentin aus den Tiefen des Erdmantels bis ins Wolken-
reich verfrachtet. Glaubst du denn, es ist ein Wunder? Chassidim, mit Kippa
und mit Schläfenlocken, stehen schwarz und stumm im Fels. Vermeiden Blick-
kontakt mit Fremden, sind in Größeres vertieft. Die Alpen! Vielfach deformierte
Welt aus Steinen! Und so wenig Mutterboden… ist es wahr? Bären wandern
hier herum? Alte Zoo-und Zirkusbären, so wie Sam und Jamila aus
dem Zoo von Skopje! Dösen in der Höhensonne, bis der 
lange Winter kommt. Kommt mit Schnee 
             und
 Träumen — 

Der lange Bogen, das Gebet,
stets dem Ende zugeneigt. Niemals wird es anders sein: 
             Fürcht‘ nicht die Welt/Greif tapfer an!

Der Bogen (das Gebet), 2026

Foto: East Jerusalem, 2010, by Christopher Michel, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Hier kursiv gesetzt: Sinnspruch auf einem Haus in St. Peter (Schanfigg) zwischen Arosa und Chur. 

Untersee, Arosa, 2026, eigens Bild

„I do not pretend to understand the moral universe; the arc is a long one, my eye reaches but a little way; I cannot calculate the curve and complete the figure by the experience of sight; I can divine it by conscience. And from what I see I have no doubt of it that it bends towards justice.“
             Theodore Parker

„Wenn ich vor G-tt stehen werde, wird der Ewige mich fragen: Hast du meine Alpen gesehen?“
             Samson Raphael Hirsch

Hat uns denn der
Berg gerufen? Menschen strömen
aus der Gondel, atmen hörbar tiefer ein. Wenig
Sauerstoff hier oben, dafür einwandfreie Sicht auf sechs-
hundert Alpengipfel. Dieser hier, aus Dolomit. Ein paar Schritte
weiter Schiefer und grünschwarzer Serpentin aus den Tiefen des
Erdmantels bis ins Wolkenreich verfrachtet. Glaubst du denn, es ist ein
Wunder? Chassidim, mit Kippa und mit Schläfenlocken, stehen schwarz
und stumm im Fels. Vermeiden Blickkontakt mit Fremden, sind in Größeres
vertieft. Die Alpen! Vielfach deformierte Welt aus Steinen! Und so wenig Mutterboden… Ist es wahr? Bären wandern hier herum? Alte Zoo- und Zirkusbären, so wie Sam und Jamila aus dem Zoo von Skopje!
Dösen in der Höhensonne, bis der lange Winter
kommt. Kommt mit Schnee  
             und Träumen — 

Der lange Bogen, das Gebet,
stets dem Ende zugeneigt. Niemals wird es anders sein: 
             Fürcht‘ nicht die Welt/Greif tapfer an!

Der Bogen (das Gebet), 2026

Foto: East Jerusalem, 2010, by Christopher Michel, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Hier kursiv gesetzt: Sinnspruch auf einem Haus in St. Peter (Schanfigg) zwischen Arosa und Chur. 

Untersee, Arosa, 2026, eigens Bild

„I do not pretend to understand the moral universe; the arc is a long one, my eye reaches but a little way; I cannot calculate the curve and complete the figure by the experience of sight; I can divine it by conscience. And from what I see I have no doubt of it that it bends towards justice.“
Theodore Parker

„Wenn ich vor G-tt stehen werde, wird der Ewige mich fragen: Hast du meine Alpen gesehen?“
Samson Raphael Hirsch

Hat uns denn der Berg gerufen? Menschen strömen aus der Gondel, atmen hörbar tiefer ein. Wenig Sauerstoff hier oben, dafür einwandfreie Sicht auf sechshundert Alpengipfel. Dieser hier, aus Dolomit. Ein paar Schritte weiter, Schiefer und grünschwarzer Serpentin aus den Tiefen des Erdmantels bis ins Wolkenreich verfrachtet. Glaubst du denn, es ist ein Wunder? Chassidim, mit Kippa und mit Schläfenlocken, stehen schwarz und stumm im Fels. Vermeiden Blickkontakt mit Fremden, sind in Größeres vertieft. Die Alpen! Vielfach deformierte Welt aus Steinen! Und so wenig Mutterboden… Ist es wahr? Bären wandern hier herum? Alte Zoo- und Zirkusbären, so wie Sam und Jamila, aus dem Zoo von Skopje! Dösen in der Höhensonne, bis der lange Winter kommt. Kommt mit Schnee und Träumen — 

Der lange Bogen, das Gebet,
stets dem Ende zugeneigt. Niemals wird es anders sein: Fürcht‘ nicht die Welt/Greif tapfer an!

Der Bogen (das Gebet), 2026

Foto: East Jerusalem, 2010, by Christopher Michel, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Kursiv gesetzt: Sinnspruch auf einem Haus in St. Peter (Schanfigg) zwischen Arosa und Chur.