Helles Mehr

Kieselalgen (Diatomeae), aus: Erich Haeckel, Kunstformen der Natur, 1904, plate 84, via Wikimedia Commons

„Trag’ dein Licht voraus, und zünde / Uns den Weg, den dunkeln, an. / Siehst du dort den lichten Schein? / Das ist mein, und das ist dein.“
            Des Meeres und der Liebe Wellen, Franz Grillparzer

„Your lips touching glas, impressions fade fast/O I can recall nothing at all, except your eyes, turquoize…“
             „Turquoize“, Moka Efti Orchestra

Dunkles Wasser,
Nebelschwaden. Drüben Lichter,
die von Lindau. Höre keinen Löwen brüllen,
der dort gleich am Hafen wacht, höre Atem, Wasser teilen,
Schwimmen bis ans andere Ufer. Ob dort eine Hero wartet? Nein,
wir schwimmen, bis es reicht. Irgendwann zum Grund der Wörter: Lohnt
sich das? Für Liebende auf jeden Fall; können alles, sogar warten, auch wenn
es das Schwerste ist. Selbst für leichte Kieselalgen. Blühen auf: „Das bin ich!“
In immer neuen Symmetrien; Sterne, Sonnen, Bänder, Boote, ganz aus
Glas. Nie bricht Licht fantastischer, als an ihren Oberflächen. Am
Höhepunkt der Algenblüte wird der See karibisch blau,
bis die Glaspaläste sinken; tiefer sinken,
             bis zum Grund — 

 

Zwölf Stunden währt
die Nacht, zwölf Stunden lang, der Tag.
Ist das gerecht? Selbst wenn die Grenze zwischen
Tag und Nacht exakt von Pol zu Pol verläuft, kommt das Licht 
früher an, wie der erste Sonnenstrahl: Licht liebt es, sich zu beugen!
Das 
ist die Zeit der Dämmerung. Kühle Luft am kalten Körper; Warme 
Sachen, schnell aufs Rad und durchs Spalier aus alten Eichen. Helle Uhr
am dunklen Turm, die Kirche, Stimmen. Steigen auf/aus 
dunklem
Grund, bis auch aus 
diesem dunklen Grund ein helles 
Mehr geworden ist: Karibisch blau, 
             t
ürkis —  

Helles Mehr, 2026

Foto: Bodensee, September 2026, eigenes Bild

Kieselalgen (Diatomeae), aus: Erich Haeckel, Kunstformen der Natur, 1904, plate 84, via Wikimedia Commons

„Trag’ dein Licht voraus, und zünde / Uns den Weg, den dunkeln, an. / Siehst du dort den lichten Schein? / Das ist mein, und das ist dein.“
            Des Meeres und der Liebe Wellen, Franz Grillparzer

„Your lips touching glas, impressions fade fast/O I can recall nothing at all, except your eyes, turquoize…“
            „Turquoize“, Moka Efti Orchestra 

Dunkles Wasser,
Nebelschwaden. Drüben Lichter,
die von Lindau. Höre keinen Löwen brüllen,
der dort gleich am Hafen wacht, höre Atem, Wasser teilen,
Schwimmen bis ans andere Ufer. Ob dort eine Hero wartet? Nein, 
wir schwimmen, bis es reicht. Irgendwann zum Grund der Wörter: Lohnt
sich das? Für Liebende auf jeden Fall; können alles, sogar warten, auch wenn 
es das Schwerste ist. Selbst für leichte Kieselalgen. Blühen auf: „Das bin ich!“
In immer neuen Symmetrien; Sterne, Sonnen, 
Bänder, Boote, ganz aus 
Glas. Nie bricht  Licht fantastischer, als an ihren Oberflächen. Am
Höhepunkt der Algenblüte wird der See karibisch blau,
b
is die Glaspaläste sinken; tiefer sinken, 
                bis zum Grund —    

  

Zwölf Stunden währt
die Nacht, zwölf Stunden lang, der Tag. 
Ist das gerecht? Selbst wenn die Grenze zwischen
Tag und Nacht exakt von Pol zu Pol verläuft, kommt das Licht
früher an, wie der erste Sonnen
strahl: Licht liebt es, sich zu beugen!
D
as ist die Zeit der Dämmerung. Kühle Luft am kalten Körper; Warme
Sachen, 
schnell aufs Rad und durchs Spalier aus alten Eichen. Helle 
Uhr am dunklen Turm, die Kirche, Stimmen. Steigen auf/aus
dunklem Grund, b
is auch aus diesem dunklen Grund,
ein helles Mehr geworden ist: Karibisch
             blau, türkis — 

Helles Mehr, 2026

Foto: Bodensee, September 2026, eigenes Bild

Kieselalgen (Diatomeae), aus: Erich Haeckel, Kunstformen der Natur, 1904, plate 84, via Wikimedia Commons

„Trag’ dein Licht voraus, und zünde / Uns den Weg, den dunkeln, an. / Siehst du dort den lichten Schein? / Das ist mein, und das ist dein.“ 
Des Meeres und der Liebe Wellen, Franz Grillparzer

„Your lips touching glas, impressions fade fast/O I can recall nothing at all, except your eyes, turquoize…“
„Turquoize“, Moka Efti Orchestra 

Dunkles Wasser, Nebelschwaden. Drüben Lichter, die von Lindau. Höre keinen Löwen brüllen, der dort gleich am Hafen wacht, höre Atem, Wasser teilen, schwimmen bis ans andere Ufer. Ob dort deine Hero wartet? Nein, wir schimmen, bis es reicht. Irgendwann zum Grund der Wörter: Lohnt sich das?  Für Liebende auf jeden Fall; können alles, sogar warten, auch wenn es das Schwerste ist. Selbst für leichte Kieselalgen. Blühen auf: „Das bin ich!“ In immer neuen Symmetrien; Sterne, Sonnen, 
Bänder, Boote, ganz aus Glas. Nie bricht Licht fantastischer, als an ihren Oberflächen. Am Höhepunkt der Algenblüte wird der See karibisch blau, bis die Glaspaläste sinken; tiefer sinken, bis zum Grund — 

  

Zwölf Stunden währt die Nacht, zwölf Stunden lang, der Tag. Ist es gerecht? Selbst wenn die Grenze zwischen Tag und Nacht exakt von Pol zu Pol verläuft, kommt das Licht früher an, wie der erste Sonnenstrahl: Licht liebt es, sich zu beugen! Das ist die Zeit der Dämmerung. Kühle Luft am kalten Körper, warme Sachen, schnell aufs Rad und durchs Spalier aus alten Eichen. Helle Uhr am dunklen Turm, die Kirche, Stimmen. Steigen auf/aus dunklem Grund, bis auch aus diesem dunklen Grund ein helles Mehr geworden ist: Karibisch blau, türkis — 

Helles Mehr, 2026

Foto: Bodensee, September 2026, eigenes Bild